Termine

14.12.2018, 09:00 Uhr
Lokale Allianz für Menschen mit Demenz:
"Wanderausstellung"
Schon seit September 2018 folgen die... lesen
08.01.2019, 19:30 Uhr
Vortrag Hospizverein NEA:
"Begleiten - Segnen - Lösen, die Heilkraft des Räucherns"
Unser Netzwerkpartner Hospizverein... lesen
15.01.2019, 15:00 Uhr
Seniorenrat Bad Windsheim:
"Die eigene Wohnung altersgerecht" (Kopie 1)
Veranstaltungs-Reihe „Bildung für Alle“... lesen

Gründung eines Unterstützerkreises

In Ihren Ort sollen Flüchtlinge kommen? Sie möchten, dass die Bürger Ihres Ortes die Neuankömmlinge gut aufnehmen? Dass sich die Flüchtlinge schnell eingewöhnen? Dass sich Vorbehalte und Befürchtungen zerstreuen, die vielleicht einige Bürger Ihres Ortes quälen? Dass es bald zu einem vertrauensvollen und fürsorglichen Miteinander zwischen Neuankömmlingen und alteingesessenen Bürgern kommt? Dass die groß Herausforderung, die auf Sie zukommt mit einer noch größeren Hilfsbereitschaft Ihrer Bürger bewältigt wird?

Rufen Sie noch vor der Ankunft des ersten Asylsuchenden einen Unterstützerkreis ins Leben! Viele Gemeinden unseres Landkreises haben mit Hilfe ehrenamtlich engagierter Bürger Großes geleistet. Dabei haben sie nicht nur den Weg zur Integration der Neubürger bereitet, sondern sind oft auch noch als Gemeinde enger zusammengewachsen.

Positive Grundstimmung schaffen

Sobald eine Stadt oder Gemeinde erfährt, dass Asylsuchende in ihren Ort kommen, ist es wichtig, die Bürger möglichst schnell zu informieren. Eine offene, positive Haltung der Stadt bzw. der Gemeinde ist entscheidend, um ausländerfeindliche Stimmungen zu vermeiden und eine zuversichtliche und solidarische Grundeinstellung zu fördern.

Über das amtliche Mitteilungsblatt können interessierte Helfer zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden, um einen Unterstützerkreis zu bilden. Hauptamtliche Helfer aus der Asylsozialberatung und der Freiwilligenagentur können wertvolle Hilfestellung bei der Gründung eines solchen Unterstützerkreises geben, Fragen beantworten und Erfahrungen teilen. 

Effektives Wirken durch klare Strukturen und gute Vernetzung

Die Kernaufgabe eines jeden Unterstützerkreises ist es, gute Koordinationsstrukturen aufzubauen. Erst so kann das ehrenamtliche Engagement vieler einsatzwilligen Menschen optimal zur Geltung kommen. 

Treffen am „Runden Tisch“

Informationsfluss und Transparenz sind eine gute Basis für effektives Wirken. Deshalb ist eine gute Vernetzung unerlässlich, um die Situation in den Orten, in den Unterkünften und in den Unterstützerkreisen mit all den vielen Aufgaben gut bewältigen zu können.

Als sinnvoll hat sich erwiesen, vor Ort einen regelmäßigen runden Tisch mit allen Betroffenen aus Kirchengemeinde, Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung, Schulleitung, gegebenenfalls Mitarbeitern vom Sicherheitsdienst (in Notunterkünften) und freiwilligen Helfern zu bilden, bei dem alle anstehenden Probleme und Projekte koordiniert und besprochen werden.

Erfahrungsgemäß tauchen gerade bei der ersten Zusammenkunft an einem solchen „runden Tisch“ unzählige Fragen auf. Sie reichen von allgemeinen Fragen über die ankommenden Asylbewerber, das Asylverfahren, Unterstützungsmöglichkeiten im Landkreis, Ansprechpartner verschiedener Einrichtungen bis hin zu Erfahrungen mit Sprachhilfe, „Asylcafé“ oder Vereinsanbindung der Flüchtlinge. Suchen Sie den Kontakt zu hauptamtlichen Helfern! Laden Sie Vertreter der Asylsozialberatung oder des Freiwilligenzentrums ein! Sie können viele Fachfragen beantworten, Erfahrungen weitergeben und Hilfestellung bei der Strukturfindung des Unterstützerkreises geben.

Schön wäre es, wenn später auch Flüchtlinge oder Vertreter der Unterkünfte zum „runden Tisch“ eingeladen würden. Schließlich sind sie die Zielgruppe allen Engagements!

Kommunikation und Vernetzung

Gerade am ersten „runden Tisch“ ist es sehr wichtig, die Namen und E-Mail-Adressen aller Beteiligten und aller einsatzwilliger Bürger zu erfassen. Bereiten Sie eine Liste vor, in die sich alle Anwesenden eintragen können. Im optimalen Fall ergeben sich im Laufe des ersten Zusammentreffens bereits Ideen, welche Hilfsangebote man den Flüchtlingen machen will. Dann können die potentiellen Helfer bereits auf der Liste vermerken, für welche Einsatzgebiete (z.B. Sprachhilfe, Willkommensgruppe, Fahr- und Begleitdienste, Freizeitgruppe etc.) sie sich interessieren und sich bei Folgeterminen in entsprechenden Kleingruppen treffen.

Eine gute Protokollführung des „runden Tisches“ ist unerlässlich. Denn die Informationen und Entscheidungen werden anschließend z. B. in Form eines Rundmailings an alle Helfer und kooperierenden Fachstellen weitergeleitet. Außerdem können die Ergebnisse auf die eigene Website bei „über Zaun und Grenze“ gestellt werden, die eigens für jeden Unterstützerkreis im Landkreis eingerichtet wird. Hier können auch alle Einladungen, Aktionen, Aufrufe etc. veröffentlicht werden. Falls der Unterstützerkreis lieber eine eigene Homepage aufbauen will, kann diese mit der Site von über Zaun und Grenze verlinkt und damit mit dem landkreisweiten Netzwerk der Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen verbunden werden. Auch die sozialen Netzwerke können bei der raschen Kommunikation gute Dienste leisten.

Ganz entscheidend für eine effiziente und erfolgreiche Zusammenarbeit im Sinne der Flüchtlinge, ist der stete Kontakt zu den Asylberatungsstellen! Sprechen Sie Ihr Engagement mit ihnen ab und wenden Sie sich im Zweifelsfall immer um Rat an sie!

Helfergruppen

In vielen Unterstützerkreisen teilen sich die Engagierten nach ihren Neigungen auf. Unterstützungsangebote für Flüchtlinge werden dann in Kleingruppen geplant, organisiert und durchgeführt. Hier die wichtigsten Einsatzbereiche der Gruppen:

- Willkommensgruppe
- Fahr – und Begleitdienste zu Kleiderkammern, Arztterminen, Behörden
- Sprachhelfer
- Freizeit- und Sportangebote
- Begegnungspunkte zwischen alten und neuen Nachbarn, z.B. Asylcafé
- Gruppe zur Fahrradbeschaffung, -instandhaltung, Verkehrserziehung
- Familien- oder Unterkunftspaten

Weitere Betätigungsfelder und Informationen finden Sie unter „Engagementfelder“. Ihrer Fantasie und Einsatzfreude sind hier keine Grenzen gesetzt. Doch halten Sie Blick, dass es sich in erster Linie um Hilfe zur Selbsthilfe handelt und dass es sich bei Hilfsangeboten tatsächlich immer nur um ANGEBOTE handeln kann! Nicht alle Asylsuchende wollen diese Angebote in gleichem Maße annehmen. Respektieren Sie auch das.

Ohne Hauptkoordinatoren geht es nicht!

Für einen gut funktionierenden Unterstützerkreis braucht es ein oder zwei Personen als Koordinatoren. Ohne diese Hauptkoordinatoren geht´s absolut nicht!

Generell leiten und vernetzen die Koordinatoren den Helferkreis intern und sorgen gleichzeitig für eine intensive Vernetzung mit den hauptamtlichen Helfern. So ist eine möglichst zielgerichtete, effiziente Zusammenarbeit gewährleistet, ebenso wie ein funktionierender Informationsfluss.

Die Koordinatoren…

  • erfassen und pflegen die Kontaktdaten der Helfer
  • sind Ansprechpartner für Kommune/Kirchengemeinde (Träger des Unterstützerkreises) und hauptamtliche Helfer
  • leiten Informationen an die zuständigen Helfer weiter - halten Kontakt zu den Gruppenleitern
  • geben Informationen zu Ehrenamts- und sonstige Vereinbarungen (Schweigepflicht, polizeiliches Führungszeugnis, Unkosten-Rückerstattung bei klarer Regelung der Einsätze….) weiter
  • organisieren UKA-Treffen (Kennenlernen, Planung, Reflexion, Erfahrungsaustausch…)
  • kümmern sich um Spendenannahme und -weiterleitung
  • organisieren Danke-Treffen/Anerkennungskultur für die Ehrenamtlichen in Kooperation mit den Trägern. Hier unterstützt Sie das Freiwilligenzentrum gerne mit Rat und Tat!
  • sind Ansprechpartner für neue Helfer
  • halten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des UKA im Blick
  • sind Ansprech- und Kooperationspartner der Koordinierungsstelle des Netzwerks „über Zaun und Grenze“ im Freiwilligenzentrum „mach mit!“ der Caritas
  • kümmern sich um die Pflege der eigenen Website bei www.überZaunundGrenze-nea.de

Selbstverständlich bleibt es jedem Unterstützerkreis selbst vorbehalten, wie er die Aufgaben der Koordinatoren auf seine Helfer verteilt. Mit klaren Zuständigkeiten können die Aufgaben auf unterschiedlichste Art und Weise wahrgenommen werden.

Wir hoffen, unsere Tipps zur Gründung eines Unterstützerkreises Asyl haben Ihnen ein wenig geholfen und wünschen Ihnen Kraft und Freude bei dem Engagement mit und für „Ihre“ Flüchtlinge! 

 

Koordinationsstelle von "Über Zaun und Grenze" im Freiwilligenzentrum "mach mit!" der Caritas, Ansbacher Straße 6, 91413 Neustadt an der Aisch
Telefon  09161 - 888919 | E-Mail: ueberZaunundGrenze[at]caritas-nea.de