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Grenzen der Belastbarkeit bei psychischen Erkrankungen

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Gut besuchter Vortrag zum Thema, wo sich Angehörige Hilfe holen können


Frau Zeller-Schröck gibt Hinweise zu möglichen Hilfen bei psychischen Erkrankungen (Foto:FWZ)



Neustadt a. d. Aisch. Jeder 3. in Deutschland gerät irgendwann in seinem Leben in eine seelische Krise; leidet irgendwann in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung. Dies betrifft nicht nur den Erkrankten selbst, sondern überrascht und belastet alle Familienmitglieder. Das Netzwerk für Nachbarschafts- und Flüchtlingshilfen „Über Zaun und Grenze“ des Freiwilligenzentrums „mach mit!“ der Caritas hat sich jüngst dieses Themas angenommen und zum Vortrag „Einer erkrankt – alle betroffen“ eingeladen. Frau Elisabeth Zeller-Schröck, Dipl. Sozialpädagogin FH, vom Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie referierte über Grenzen der Belastbarkeit, Umgang mit dem betroffenen Familienmitglied und gab Informationen über mögliche Hilfen. Psychische Erkrankungen sind vielfältig und immer noch mit einem Stigma behaftet. Ob Depression, schizophrene oder manisch-depressive Erkrankung: jede ist eine enorme Herausforderung für den Betroffenen, aber auch für dessen Angehörige. Hinzu kommt, dass psychische Erkrankungen einmalig, als Episode oder immer wiederkehrend auftreten können. Es passiert oft, dass Angehörige sich zurückziehen, aufgrund mangelnder Informationen unsicher im Umgang mit dem Betroffenen sind und sich überfordern.
Umgang mit Erkrankten
Es gibt laut Frau Zeller-Schröck einige „Goldene Regeln für Angehörige“ für den Umgang mit Erkrankten. Der erste Schritt sollte immer sein, sich über die Erkrankung zu informieren. Zum Glück ist es nicht mehr so wie in den 80igern, wo Angehörige als Störfaktor gesehen wurden und häufig keine Informationen von fachlicher Seite bekamen. Neben Beratungsstellen, Vorträgen und Literatur sollten nicht zuletzt Ärzte und Therapeuten zu Rate gezogen werden. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung des Betroffenen, sondern auch um kompetente Ansprechpartner für die Angehörigen und deren Sorgen und Bedürfnisse.
Angehörige machen sich Vorwürfe
Viele Vorwürfe, die sich insbesondere Eltern bei psychisch erkrankten Kindern machen („Was haben wir falsch gemacht?“), werden durch Aufklärung über die jeweilige Erkrankung bereits enorm entkräftet. Leider fällt es Angehörigen anfänglich lange schwer die Erkrankung eines Familienmitglieds zu akzeptieren. Folglich ziehen sie sich zurück, anstatt Kontakte zu pflegen und den Austausch mit anderen Betroffenen zu suchen. Einen offenen Umgang mit der Erkrankung im Bekannten- und Verwandtenkreis zu pflegen ist enorm wichtig, um sich nicht zu isolieren. Hierzu gehört auch aufkommende Gefühle aller Art wie Tabuthemen und Schuldgefühle zuzulassen.
Grenzen setzen
„Es ist als Angehöriger unheimlich wichtig Grenzen zu setzen und sich Zeit für sich selber zu nehmen“, wiederholte die Referentin mehrfach. Grenzen zu setzen und für Entlastung zu sorgen heißt, Hilfe von Anderen in Anspruch zu nehmen. Die Aufgaben rund um die Erkrankung müssen auf viele Schultern verteilt werden, insbesondere damit die Alltagsroutine der Angehörigen aufrechterhalten werden kann.
Was gibt es für Hilfen?
In einer Krankheitsphase ist bei allen Schritten Grundvoraussetzung die Autonomie des Erkrankten zu bewahren. Es lässt sich niemand helfen, der sich nicht helfen lassen will! Entscheidungen dürfen nicht in der Krankheitsphase getroffen werden. Außerdem muss gegenüber dem Erkrankten immer mit offenen Karten gespielt werden. Folgende Hilfsangebote gibt es für Betroffene von psychischen Erkrankungen (ohne Garantie auf Vollständigkeit):
- Sozialpsychiatrischer Dienst (Einzel- und Gruppenangebote, laufend und befristet)
- Bundesverband der Angehörigen
- Nachbarschaftshilfen (Netzwerk „über Zaun und Grenze“)
- Verwandte, Freunde und Bekannte
- Krisendienst
- Kliniken (psychiatrisch oder psychosomatisch)
- Erziehungsberatung (Kinder von psychisch erkrankten Eltern)
- Selbsthilfegruppen
- Kurangebote
„Holen Sie sich Hilfe bei einem oder auch mehreren der aufgeführten Anlaufstellen!“, appellierte Frau Zeller-Schröck zuletzt, „denn als Angehöriger ist man zu nah dran.“ Ein Angehöriger braucht Geduld, muss unaufhörlich Optimismus verbreiten und darf insbesondere sein eigenes Leben nicht aufgeben! Das ist bestimmt nicht einfach, aber mit Hilfe von helfenden Händen anderer Menschen deutlich besser leistbar.

Weitere Informationen und Termine zum Thema „Nachbarschaftshilfe“ im Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim finden Sie unter www.ueberzaunundgrenze.de oder Tel.: 09161-8889 19  


 

Koordinationsstelle von "Über Zaun und Grenze" im Freiwilligenzentrum "mach mit!" der Caritas, Ansbacher Straße 6, 91413 Neustadt an der Aisch
Telefon  09161 - 888919 | E-Mail: ueberZaunundGrenze[at]caritas-nea.de